Für die Sinfonietta 2019 konnten wir Kathrin Denner als Komponistin gewinnen. Hier erzählt sie über ihre Arbeit und über ihr Blockflötenkonzert mit dem Title „Lichtungen“.

Komponistin Kathrin Denner

Du hast in Karlsruhe studiert. Was hat dich daran gereizt? Was hat dich dort besonders beeinflusst?

Ich bin nach Karlsruhe gekommen, um in der Klasse von Wolfgang Rihm zu studieren. Er war der einzige Grund, warum ich hierhergekommen bin. Doch hier fand ich eine großartige Kompositionsklasse, viele inspirierende Menschen und KollegInnen. Eine Hochschule, die mir ein sicheres Umfeld für meine kreative Arbeit bot. Ich habe gerne hier studiert und viel gelernt.

Wie arbeitest du an einem Stück?

Wenn ich komponiere, arbeite ich wie ein Kind. Ein entdeckendes Kind. Mit kindlicher Herangehensweise nehme ich das gefundene/bevorzugte/faszinierende musikalische oder inspirierende Material auseinander. Ich zerlege es wie ein Puzzle in 1000 Teile, ich filetiere es, untersuche es und setze es dann Stück für Stück wieder zusammen. Ich zerfetze es, ich betrachte/untersuche es, ich schaue, was mit dem Material noch anzustellen ist, wie es sich verhält, welche Eigenschaften es hat und ich setze die Kleinteile wieder zusammen. Manchmal passgenau, manchmal verändert. Dann beobachte ich, welche inneren und welche äußeren Reaktionen durch diese Veränderungen auf das Material entstehen. So lerne ich das Material kennen. ich liebe die konzentrierte Aktion des Materials. Die Entscheidung für eine Form/Gestik/Materialsammlung und die konzentrierte Verarbeitung.

Warum hast du dich entschieden, für die JuPhKa ein Blockflötenkonzert zu schreiben?

Ein Blockflötenkonzert ist ja eher etwas Ungewöhnliches oder zumindest nicht das naheliegendste, wenn man an ein Solokonzert mit Orchester denkt. Ich habe das Konzert für Carolin Elena Fischer geschrieben. Sie ist nicht nur eine gute Freundin, sondern auch eine hochgeschätzte Musikerin, die eine unglaublich facettenreiche Farbpalette an Klangfarben aus ihren Instrumenten zaubern kann. Sie ist eine sehr virtuose Blockflötistin.

Das Blockflötenkonzert trägt den Titel „Lichtungen“. Was war die Inspiration für diesen Titel?

Bei einer Lichtung oder bei Lichtungen assoziieren wahrscheinlich die meisten von uns einen Wald. Vielleicht einen Laubwald, vielleicht ohne Laub, vielleicht einen Nadelwald. Dunkel. Und dann eine helle Stelle – Licht. Nuancen von Dämmerungen. Gleißendes Licht – und Schatten. Licht – kalte Ausleuchtung und verzehrende Hitze. Klarheit und Transparenz, irritierende Bewegung und dunkler Abrgrund. Konturen werden sichtbar, bilden sich aus, werden Silhouetten, verschwinden. Primitive Schatten, Verminderung des Lichts. Ein Dualismus von Leuchtlicht und Finsternis. Lichtung und Verbergung. 

Lichtung – helldunkel.

Und zum Abschluss: Wie isst du deinen JuPhKa?

Also einen JuPhKa esse ich lieber mit „Y“ am Anfang. Da ich kein Fleisch esse, bevorzuge ich die Variante mit Falafel.